Do, 14. Dezember 2017
HörBar: Brücken
Sprach-Klang-Fantasie
mit polnisch-deutscher Lyrik und improvisierter Klaviermusik

Christoph Grund, Foto: Stephanie Pilick

Christoph Grund: Musikauswahl, Klavier, Keyboard
Wolfgang Korb: Textauswahl, Rezitation

Lyrik und Musik können zwischen Menschen und Kulturen, die sich sprachlich fremd gegenüberstehen, Brücken bauen. Dank einer ausgeprägten Affinität zum Lyrischen und einer entsprechend großen Anzahl hochrangiger Dichter, darunter Nobelpreisträger wie Cziesław Miłosz und Wisława Szymborska, hat sich unser Nachbarland Polen spätestens im 20. Jahrhundert zu einem bedeutenden europäischen Lyrikland entwickelt. Im deutschsprachigen Raum fand die polnische Lyrik insbesondere durch die jahrzehntelange engagierte Übersetzertätigkeit von Karl Dedecius weite Verbreitung und Anerkennung.

Die Sprach-Klang-Fantasie „Brücken“ spürt den vielfältigen Beziehungen zwischen polnischer Lyrik in deutscher Übersetzung und deutschsprachiger Lyrik polnischer Emigranten nach. Texte von Julia Hartwig, Zbigniew Herbert, Stanisław Jerzy Lec, Cziesław Miłosz und Wisława Szymborska begegnen, kreuzen, verbinden sich mit Texten von Johannes Bobrowski, Horst Bienek und Artur Becker. Der kulturelle und geographische Lebensraum Polen bildet hierbei für alle den gemeinsamen Bezugspunkt. Improvisationen für Klavier und Keyboard, die sich zum Teil auf Musikwerke von Frédéric (Fryderyk) Chopin, Witold Lutosławski, Günter Bialas und andere beziehen, ergänzen, begleiten, unterstützen den literarischen "Brückenschlag".

Christoph Grund ist Komponist und Interpret. Er wirkt als Instrumentalsolist bei zahlreichen Musik-Festivals (u .a. Salzburger Festspiele, Berliner Festwochen, Wiener Festwochen, Festival d‘ Automne, Paris, Warschauer Herbst, Schleswig-Holstein-Festival) mit. Er ist regelmäßig zu Gast im ensemble recherche, im KNM, Berlin, im Ensemble 13, im Ensemble Phoenix und in dem Ensemble Intégrales sowie in den Sinfonieorchestern des Südwestrundfunks, des Saarländischen Rundfunks, des MDR, des NDR und beim DSO, RSB und BSO, Berlin. Gleichzeitig ist er ein gefragter Kammermusikpartner und (Lied)Begleiter. Soloengagements führten ihn u. a. in die Carnegie Hall, New York, die Kioi Hall, Tokio, die Berliner Philharmonie, das Palais des Beaux Arts, Bruxelles, das Théâtre du Chatelet, Paris, das Concertgebouw, Amsterdam, die Bayrische Staatsoper, München, das Gewandhaus Leipzig, die Warschauer Philharmonie und das Zentrum für Kunst und Medientechnologie, Karlsruhe. Zahlreiche Rundfunk-, CD-Produktionen und Uraufführungen dokumentieren seine umfangreiche Arbeit als Pianist.

Wolfgang Korb, Musikwissenschaftler und Germanist, hat sich nach dem Ende seiner langjährigen Tätigkeit als Redakteur, Produzent und Moderator beim Saarländischen Rundfunk zum Ziel gesetzt, in dem neu entwickelten Format „Sprach-Klang-Fantasie“ Lyrik und Musik einander gleichberechtigt begegnen zu lassen. Dabei reagieren die jeweiligen Instrumentalisten vorzugsweise improvisatorisch auf den Klang und den Gehalt der rezitierten Texte.

Donnerstag, 14. Dezember | 20 Uhr | KuBa Kantine

Der Eintritt ist frei.

Mit freundlicher Unterstützung von Staatskanzlei, Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer

In Zusammenarbeit mit SR 2 KulturRadio, Mouvements


Kategorie: Programm, HörBar