Fr, 23. August 2019
Fritz Berberich
Malerei und Grafik
Kunstsammlung des Saarlandes / Werke aus dem Künstlernachlass

Fritz Berberich, Ausschnitt Selbstbildnis mit Pfeife, © VG Bildkunst, Bonn 2019

Die Galerie im KuBa würdigt in einer umfänglichen Werkschau das künstlerische Wirken des 1990 verstorbenen Malers Fritz Berberich. Zehn Jahre nachdem die Arbeiten des Künstlers letztmals öffentlich zu sehen waren, zeigt die Galerie im KuBa beeindruckende und kaum bekannte Werke aus der Kunstsammlung des Saarlandes sowie zentrale, zum Teil bisher noch nie öffentlich präsentierte Arbeiten aus dem Nachlass des Künstlers.

Die Ausstellung eröffnet ein überraschend weites künstlerisches Spektrum. Von akademischen Aktstudien und frühen Porträtmalereien über die koloristischen Höhepunkte in expressionistischer Manier aus den 1930er und 1940er Jahren, bis hin zu den kubistisch-prismatischen Bildformen der Nachkriegszeit und des Spätwerks erweist sich das Œuvre von Fritz Berberich als stilistisch und thematisch äußerst vielschichtig. Aus der Verarbeitung unterschiedlicher künstlerischer Einflüsse entwickelt Berberich eine konsequent eigene Bildsprache, die gleichermaßen inhaltlich wie auch formal in ihrer hohen Qualität überzeugt.Mit den religiös motivierten Arbeiten findet der Künstler eine metaphorische Bildebene, in der emotional eindringlich die Leiden und Schrecken des Zweiten Weltkrieges thematisiert werden. In einem seiner Hauptwerke, dem Triptychon „Madonna hinter Stacheldraht“ aus dem Jahr 1956, generiert Fritz Berberich in ungewöhnlichen, expressiv-dissonanten Farbsequenzen eine Bildsituation, die tief in menschlich-existenzielle Erfahrungen reicht und bei der Betrachtung unmittelbar berührt.

Fritz Berberich, 1909 in Schnappbach als Kind einer Bergarbeiterfamilie geboren, zählt zu der Künstlergeneration, die noch vor dem Zweiten Weltkrieg ihr Studium an der von Fritz Grewenig in Saarbrücken gegründeten Staatlichen Schule für Kunst und Kunstgewerbe aufnahm.

Schon früh durch den Maler Fritz Zolnhofer gefördert, absolvierte Fritz Berberich zunächst eine kaufmännische Lehre und begann 1928 ein Studium an der Saarbrücker Kunstschule in der Klasse für Werbegrafik, arbeitete in einem Anstreicherbetrieb und nahm durch Vermittlung Zolnhofers 1934 als Gast an der Ausstellung des Saarländischen Künstlerbundes in Berlin teil.

Im gleichen Jahr schrieb sich Berberich erneut an der Kunstschule ein und besuchte die von Oskar Trepte geleitete Malerei- und Zeichenklasse. Als die Schule für Kunst und Kunstgewerbe 1936 durch die Nationalsozialisten geschlossen wurde, wechselte Fritz Berberich an die Kunstakademie München zu dem expressionistischen Maler Karl Caspar, bei dem schon Fritz Zolnhofer studiert hatte. Nachdem Caspar 1937 als „entartet“ diffamiert und aus dem Akademiedienst entlassen wurde, kehrte Berberich nach Schnappbach zurück, betätigte sich freischaffend als Maler und machte sich in Paris mit der Kunst der Klassischen Moderne vertraut.

Nach Kriegsdienst und Gefangenschaft entfaltete Fritz Berberich eine reichhaltige und engagierte künstlerische Arbeit, pflegte Kontakte zu den Lehrenden der neu gegründeten Schule für Kunst und Handwerk in Saarbrücken, nahm Reisestipendien wahr sowie ab 1951 ein Stipendium an der Pariser Académie de la Grande Chaumiere. Der Künstler beteiligte sich an zahlreichen Ausstellungen und wurde 1964 mit dem Albert Weisgerber-Preis der Stadt St. Ingbert ausgezeichnet.

Bis zu seinem Tod im Jahr 1990 arbeitete Fritz Berberich konsequent an der Entwicklung seines künstlerischen Œuvres.

In der Galerie im KuBa werden Arbeiten aus allen Schaffensphasen gezeigt, bis hin zu dem letzten Gemälde, das kurz vor dem Tod des Künstlers fertig gestellt wurde. Die Werkauswahl gibt einen Einblick in das umfangreiche Schaffen von Fritz Berberich und ermöglicht eine neue Wahrnehmung des Künstlers, dessen Werk seit vielen Jahren nicht mehr zu erleben war. 

Vernissage: Freitag, 23. August 2019, 19 Uhr

Begrüßung: Michaela Kilper-Beer, 1. Vorsitzende KuBa e.V.
Grußwort: Ulrich Commerçon, Minister für Bildung und Kultur
Grußwort: Dirk Rausch: Vorsitzender des Saarländischen Künstlerbundes
Einführung: Dr. Andreas Bayer, Künstlerischer Leiter

Dauer der Ausstellung: 23. August bis 27. Oktober 2019

Öffnungszeiten:
Di, Mi und Fr 10–16 Uhr 
Do und So 14–18 Uhr 
Sa und Mo geschlossen

 

In Kooperation mit:

Saarländischer Künstlerbund

 

Mit Freundlicher Unterstützung von:

Ministerium für Bildung und Kultur des Saarlandes
Landeshauptstadt Saarbrücken

Kategorie: Programm, Ausstellung, Galerie im KuBa